Arbeitsmarkt über Grenzen: Chancen und Herausforderungen

Le marché de l’emploi par-delà les frontières : des chances et des défis

Unsere Grenzregion ist schon seit langem von Pendlerströmen geprägt. Viele leben in einem Land und arbeiten im anderen. Deshalb müssen wir gemeinsam darauf hinwirken, noch bestehende Barrieren abzubauen und einen immer besser integrierten, grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt zu entwickeln.

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Mit der europäischen Einigung haben sich für uns neue Formen der Gemeinsamkeit über die Staatsgrenzen hinweg und auch ein grenzüberschreitender Arbeitsmarkt ergeben. Denn viele im Oberrheingebiet leben oder arbeiten im Nachbarstaat. Täglich pendeln 65.000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Elsass in die Schweiz, nach Baden und in die Pfalz. Von deutscher Seite aus fahren tausende deutscher Arbeitskräfte in die Schweiz, eine geringere Anzahl hat eine Stelle in Frankreich.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Pendlerinnen und Pendler etwas abgenommen. Im Saarland ging die Zahl der Beschäftigten aus Frankreich zum Beispiel von 16.800 im Jahr 2001 auf unter 11.800 im Jahr 2019 zurück. Nach Rheinland-Pfalz pendeln immerhin über 3.300 Angestellte aus Frankreich ein, 2001 waren es noch über 4.500.

Gleichzeitig entstehen aber vielfältige neue Formen europäischen Lebens und Arbeitens im Nachbarland: Etwa 4.500 der Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Frankreich sind Deutsche, die in Frankreich leben und im Saarland arbeiten. In der Großregion SaarLorLux wirkt der Finanzplatz Luxemburg als Magnet für viele Menschen aus Rheinland-Pfalz und Lothringen. Gleichzeitig arbeiteten 2019 über 98.000 Beschäftigte aus Frankreich in Luxemburg – im Jahr 2011 waren es noch etwa 72.000 gewesen. Und über 43.000 kommen aus Deutschland. 

Eines jedoch ist klar: Ohne die qualifizierten Arbeitskräfte aus Frankreich könnten sich die Unternehmen in der Schweiz, in Luxemburg und in Deutschland nicht so gut entwickeln. Und ohne die Arbeitgeber im Nachbarland hätten die Regionen Elsass, Moselle, Saarland und Baden unter höherer Arbeitslosigkeit zu leiden. So sind die Abhängigkeiten zwar mal mehr, mal weniger, aber immer gegenseitig.

Hilfe bei grenzüberschreitender Arbeit

Die Unternehmen in unserer Region sprechen bereits heute von einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Unterstützt von Politik und Verwaltung entstanden deshalb in jüngster Zeit verschiedene Angebote, die bei einer grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung helfen. 

Dazu gehören die Kooperationen der Agentur für Arbeit mit Pôle Emploi, die mit EU-Mitteln finanzierten Beratungsangebote „EURES-T“, aber auch die grenzüberschreitende Arbeitsmarktbeobachtungsstelle der Großregion SaarLorLux. 

Außerdem sehen wir eine erfreuliche Vielzahl privater oder zivilgesellschaftlicher Initiativen, die Pilotprojekte anschieben und dabei neue Wege gehen, um den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt weiter auszubauen. Sie fördern die Aus- und Weiterbildung über die Grenzen hinweg und unterstützen gleichermaßen Unternehmen wie Beschäftigte, die bereit sind, diese Chancen wahrzunehmen.

EURES-T Oberrhein: https://www.eures-t-oberrhein.eu/