Nun ist es soweit: Das neue Schuljahr beginnt! Tausende junge Franzosen und Deutsche haben wieder mit der Schule begonnen.
Während einige von ihnen die Gelegenheit haben werden, die Sprache des Nachbarlandes kennenzulernen, werden andere, die bereits älter sind, ihr Lernen fortsetzen. Denn – muss man das noch einmal betonen? – sei es im Grand Est, in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz oder im Saarland – begrinnt das Erlernen der französischen und der deutschen Sprache bereits im frühesten Kindesalter und bis zum Gymnasium oder kann sogar bis zur Universität fortgesetzt werden kann, wobei Austauschprogrammen und Mobilität ein hoher Stellenwert eingeräumt werden kann.
In diesen vier Grenzgebieten spiegelt sich diese Nähe in einer Vielfalt unterschiedlicher Lebenswege wider. In Frankreich kann der Deutschunterricht bereits ab der Grundschule in zweisprachigen Bildungsgängen angeboten werden, im Elsass und im Departement Moselle sogar bereits ab dem Kindergarten. In Deutschland bieten Schulen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland ihrerseits einen vertieften Französischunterricht an. Die geografische Nähe erleichtert zudem Partnerschaften zwischen den Schulen und gemeinsame Projekte, die es den Schülern ermöglichen, die Sprache in einem konkreten Kontext anzuwenden.
Die Möglichkeiten werden im Laufe der Schulzeit immer vielfältiger. Sowohl in der Region Grand Est als auch in den benachbarten Bundesländern bieten einige Bildungseinrichtungen besonders vertiefende Bildungswege an. Zu diesen gehört das Abibac, das es ermöglicht, am Ende der Abschlussklasse gleichzeitig das französische Baccalauréat und das deutsche Abitur zu erwerben, und das eines der symbolträchtigsten Projekte der deutsch-französischen Bildungszusammenarbeit darstellt. Dank einer vertieften Ausbildung in der Sprache und Kultur des Partnerlandes ermöglicht dieser Bildungsgang den Schülern der Oberstufe, sich auch auf ein weiterführendes Studium in Frankreich oder Deutschland vorzubereiten.
Doch die Sprache des Nachbarn lernt man nicht nur im Klassenzimmer. Genau darin liegt der Sinn der vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) geförderten Austauschprogramme. Klassentreffen, individueller Austausch oder längere Aufenthalte: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für verschiedene Altersgruppen. Indem sie einen Austauschschüler aufnehmen oder mehrere Wochen bzw. Monate bei einer Familie im Nachbarland verbringen, entdecken die Jugendlichen eine andere Art zu leben und zur Schule zu gehen, während sie gleichzeitig die Sprache, die sie lernen, in die Praxis umsetzen und neue Freunde finden.
Die Programme „Brigitte Sauzay“ und „Voltaire“ ermöglichen es den Gymnasiasten insbesondere, eine neue Etappe zu erreichen. Das erste Programm bietet einen mehrmonatigen Aufenthalt im Partnerland, während das zweite auf einem längerfristigen Schüler- und Familienaustausch basiert. Diese Erfahrungen bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, die Sprache täglich anzuwenden, aber auch an Selbstständigkeit zu gewinnen und die Gesellschaft des Nachbarlandes besser zu verstehen.
Diese Mobilität ist in Grenzregionen besonders wertvoll. In Baden-Württemberg, im Saarland, in Rheinland-Pfalz sowie in der Region Grand Est kann der Austausch auf einer räumlichen Nähe aufbauen, die es ermöglicht, schnell vom Unterricht zur persönlichen Begegnung überzugehen. Für die Schüler kann ein erster Austausch mit einer benachbarten Schule sogar der Ausgangspunkt für weitere Erfahrungen sein: ein Sprachaufenthalt, ein zweisprachiger Bildungsweg, ein Studium oder später eine berufliche Erfahrung jenseits der Grenze, aber auch ein dauerhaftes Interesse an der Kultur des Nachbarlandes.
Auch die Bundesländer, die Akademien der Region Grand Est, die Kommunen sowie die zahlreichen Institutionen, die sich für die deutsch-französische Zusammenarbeit engagieren – darunter auch Städtepartnerschaftskomitees –, spielen in dieser Entwicklung eine aktive Rolle. Über die „bloße“ Beherrschung einer Fremdsprache hinaus geht es um das Wissen über den Nachbarn – ein wesentlicher Aspekt in Regionen, in denen grenzüberschreitende Beziehungen zum Alltag gehören.
Das gemeinsame Projekt von Baden-Württemberg und der Akademie Straßburg „Deutsch-französische Schulbotschafter“ ist ein konkretes Beispiel hierfür. Als echte Fürsprecher des grenzüberschreitenden Austauschs setzen sich diese jungen Botschafter an ihren Schulen für die Sprache und das Kennenlernen des Nachbarlandes ein.
Für junge Menschen aus der Region Grand Est, aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kann das Erlernen der französischen oder der deutschen Sprache somit ein erster Schritt in Richtung Mobilität, Austausch und einer besseren Kenntnis des Nachbarlandes sein. All diese Erfahrungen tragen im Laufe der Jahre dazu bei, dass der Grenzübertritt immer selbstverständlicher und greifbarer wird.
Einen guten Schulanfang!





